Rundschreiben vom: 19.12.00  

Rundschreiben 9/2000

Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen der KV-Wahlen. Der BPA kann mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein.

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen der KV-Wahlen. Der BPA kann mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein.

In Brandenburg schafften trotz miserabler Wahlbeteiligung von nur 54 % neben 18 Fachärzten 21 Hausärzte, davon 16 BPA ? Mitglieder, den Sprung in die Vertreterversammlung.

In Berlin werden 28 Hausärzte 32 Vertretern der Fachärzte gegenübersitzen. Die Liste Hausärzte im BPA errang allein 10 Mandate.
So ist in beiden Parlamenten die Wahrung hausärztlicher Interessen gesichert.

Der BPA hat Verhandlungen begonnen, um in den KV Vorständen angemessen vertreten zu sein. In den Gesprächen mit Verbündeten aus dem Hausarztbereich und selbstverständlich auch mit den Gebietsärzten stehen gemeinsame Ziele der Ärzteschaft ebenso wie die essentiellen Forderungen der Allgemeinmedizin zur Debatte.

Im Gegensatz zu einem anderen Hausarztverband steht der BPA für Verlässlichkeit, aber auch für Kompromissbereitschaft im demokratischen Meinungsbildungs-prozess.
Der BPA verurteilt dabei die Budgetpolitik der Rot-Grünen Regierung.
Wir stehen für eine leistungsgerechte vorausschaubare Bezahlung, für die Angleichung der Osthonorare, für den Bestandschutz der KO - Leistungen, für Honoraraufstockung spezifischer allgemeinmedizinischer Leistungen, wie Hausbesuche, Gespräche, Psychosomatik und Prävention sowie für Gerechtigkeit bei der Organisation und der Vergütung des Notdienstes.

Wir kämpfen für die Abschaffung des Kollektivregresses und für die Festlegung von Richtgrößen, die der Morbidität angepasst sind.

Viele Forderungen des BPA wurden im letzten Jahr auf den Weg gebracht.
Die Trennung in haus- und fachärztliche Vergütungsanteile wurde zugunsten der Hausärzte durchgesetzt, wenn auch in Berlin durch den Rückgang der Gesamtvergütung dies noch nicht spürbar wurde.
Trotz öffentlicher Bekundungen von Politik und Kassen ist eine Durchsetzung des Kollektivregresses im Arzneimittelbereich aus rechtlichen und auch politischen Gründen unwahrscheinlich. Auf Richtgrößenprüfungen müssen wir uns einrichten und sauber vorbereiten.
Mit dem Grundsatz des BPA ? Sparen wo möglich, verordnen wo nötig ? werden wir uns treu bleiben und unsere Mitglieder unterstützen.

Auch in den Kampf zur Angleichung der Osthonorare ist Bewegung gekommen.
Die bundesweiten Proteste und Bemühungen der Standesorganisationen, aber besonders die gerichtlichen Entscheidungen in Mecklenburg-Vorpommern, nähren die Hoffnung auf eine gerechte Lösung.

Den Trend zu Billigkassen und die Bezahlung von Kopfpauschalen nach dem Kassensitz haben wir der Politik als ungerecht vermitteln können. Wir fordern wohnortbezogene Kopfpauschalen und einen sinnvollen Risikostrukturausgleich, der auch die Leistungserbringer partizipieren lässt.

Der neue EBM 2000 Plus erfüllt nicht die Erwartungen der Allgemeinärzte.
Die zu große Anzahl von Pauschalerstattungen im hausärztlichen Teil widerspiegelt nicht das Leistungsspektrum unserer Fachgruppe.
Die Philosophie des EBM ist eindeutig an technischen Leistungen orientiert und fördert nicht unsere ureigensten Fähigkeiten, wie selbständiges Denken, schnelles Handeln, Lösen von Patientenproblemen und die Begleitung von Patienten von der Wiege bis zur Bahre.
Der BPA wird weiterhin für eine Verbesserung der Gebührenordnung eintreten. Bis zu einer geplanten Einführung im Jahr 2002 wird es mit Sicherheit noch viele Änderungen geben, so dass eine detaillierte Information unserer Mitglieder zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll erscheint.

Im letzten Jahr sind uns viele zustimmende aber auch kritische Meinungen der Mitglieder zugegangen. Wir haben diese ernst genommen und in unsere Arbeit einfließen lassen, besonders dann, wenn mit der Kritik auch Lösungsvorschläge verbunden waren.

Zuletzt ein Hinweis auf unsere neue Satzung, die von der Delegiertenversammlung am 22. 11. 00 verabschiedet wurde:
Der Berufsverband der Praktischen Ärzte und Ärzte für Allgemeinmedizin Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. ( BPA ) wird sich nach Eintragung im Vereinsregister Berufsverband der Allgemeinärzte in Berlin und Brandenburg ? Hausärzteverband e.V. ( BDA) nennen.

Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und viel Kraft für das Jahr 2001
Ihr

Dr. Hans-Dieter Bachmann