Rundschreiben vom: 09.05.00  

Rundschreiben 02/2000

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

der Bewertungsausschuss der KBV in Köln hat Ende Februar Kriterien für die Neuaufteilung der Gesamtvergütung zwischen Haus- und Fachärzten zur Umsetzung in den Länder-KV’n festgelegt.
Dazu soll für die Hausärzte ( Allgemeinärzte, Kinderärzte, hausärztlich tätige Internisten) das beste Jahr zwischen 1996 und 1999 im Punktwertumsatz als Maßstab für die Vergütung ab 1. 1. 2000 herangezogen werden. ( Berlin 1997, Brandenburg 1996) Daraus ergibt sich dann der prozentuale Anteil an der Gesamtvergütung.
Die Vergütung für nichtärztliche Psychotherapeuten soll allein aus dem Topf für Fachärzte fließen.
Sicher haben Sie die Auseinandersetzungen zwischen Haus- und Fachärzten verfolgt, die sich besonders in der Furcht der Gebietsärzte vor dramatischen Einkommenseinbußen niedergeschlagen hat.

Der BPA Berlin-Brandenburg hat schon im Jahre 1999 diese Problematik erkannt und in seinem Hausarztpapier, statt einer Umverteilung der Honorare, einen zusätzlichen Geldbetrag für die Hausärzte von der Politik gefordert.
Dazu ist es leider nicht gekommen. So bestand die Aufgabe des BPA in einer Kontrolle der KV’n für die buchstabengetreue Umsetzung des Gesetzestextes nach den Vorgaben des Bewertungsausschusses.
Die Vertreter unseres Berufsverbandes in den KV’n hatten und haben den schwierigen Spagat zwischen ihrer Verpflichtung für die gesamte Ärzteschaft und ihrer Verpflichtung für das Wohl unserer Fachrichtung auszuhalten.

In der KV Brandenburg ergibt sich nach dem verabschiedeten HVM vom 31. 3. 00 eine Honorarverschiebung von ca. 3,5% zugunsten der Hausärzte.

Die Gesamtvergütung von ca. 1,2 Milliarden im Jahr wurde zwischen Haus- und Fachärzten bei den Primärkassen im Verhältnis 57 : 43 und bei den Ersatzkassen im Verhältnis 47 : 53
neu aufgeteilt.

Nur marginal wirkt sich die nicht erfolgte Einbeziehung der Präventionsleistungen in die Honorartrennung mit ca. 500.000 DM zuungunsten der Hausärzte aus.

Die Stützung des Punktwertes der nichtärztlichen Psychotherapeuten auch durch die Hausärzte aus den Rückstellungen mit ebenfalls 500.000 DM geht nicht mit den Beschlüssen des Bewertungsausschusses konform, ist jedoch wegen der relativen Geringfügigkeit des Betrages ebenfalls kein Grund, um den Rechtsweg zu beschreiten.
Jedoch sollen diese beiden Beschlüsse als Faustpfand bei weiteren berufspolitschen Auseinandersetzungen im Gedächtnis behalten werden.

Einschneidend ist der Beschluss Rückstellungen dramatisch von 3 auf 7 % der Gesamtvergütung zu erhöhen. Das auszuzahlende Honorar wird für die Niedergelassenen deutlich um weitere 48 Millionen DM geschmälert. Hier sollte noch einmal nachgefragt werden.
Weitere wichtige Änderungen im HVM sind die jetzt getrennten Punktwerte für Primär- und Ersatzkassen, die Praxen mit einem hohen Ersatzkassenpatientenanteil begünstigen. Ebenfalls neu ist der Wegfall fester Punktwerte für die „grünen“ Praxisbudgets. Alle kurativen Leistungen werden jetzt mit dem gleichen Punktwert vergütet. Bei einer Überschreitung des Punktwertes von 6,5 Pfennig werden die Punktwerte für förderungswürdige Leistungen (hausärztliche Grundvergütung, Leistungen im zentralen organisierten Notfalldienst) angehoben. Die Mengenzuwachsbegrenzung wurde ebenfalls neu geregelt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wird nur bis zu einer Steigerung von 5 % des Produktes aus individueller Fallzahl multipliziert mit der anerkannten individuellen Fallpunktzahl des Vorjahresquartals vergütet.

Die Vertreterversammlung der KV Berlin hat am 13. 4. 2000 einen neuen HVM verabschiedet. Leider liegen bis heute keine Modellrechnungen für die Aufteilung der Gesamtvergütung vor, um eine neue prozentuale Aufteilung in einen hausärztlichen und fachärztlichen Honoraranteil nachvollziehen zu können. Da der Gesetzgeber diese Neuaufteilung schon zum 1. 1. 2000 wirksam werden lässt, ist in Kürze eine Nachricht der KV Berlin einzufordern, um den Vertragsärzten eine gewisse Sicherheit über die zu erwartenden Honorare zu geben. Der BPA Berlin-Brandenburg wird darüber wachen, dass es gesetzeskonform zu einer Besserstellung der Hausärzte kommt. Gleichzeitig wurde die Rückstellung für den Sicherstellungsfond von 1 % auf 2 % aufgestockt. Wir werden Sie so bald wie möglich über das Zahlenmaterial informieren.

Honorarabrechnung 3. Quartal 1999 in Berlin.
Erneut ist es in vielen allgemeinärztlichen Praxen zu dramatischen Honorareinbußen gegenüber dem Vorquartal gekommen. Ein großer Teil unser Mitglieder ist über die Entwicklung sehr beunruhigt und aufgebracht. Wir baten den KV Vorsitzenden um eine verständliche und überzeugende Erklärung.
Die Versprechungen in Bezug auf die Laborreform, dadurch ein höheres Honorar für die übrigen Leistungen zu erhalten, haben sich nicht erfüllt.

Antwort:
Die Kassen zahlten im III. Quartal ( Sommerquartal) eine niedrigere Kopfpauschale:
I. II. III. IV. Quartal
253,-- 261,-- 238,--, 267,-- EK
193,-- 180,-- 177,-- 196,-- PK
Deshalb wurde im Vergleich zum Vorquartal wurde ca. 7 % weniger Gesamtvergütung ausgezahlt.
Eine weitere Erklärung wäre, dass Kollegen ihr Laborbudget überschritten haben und deswegen nicht in den Genuss des Wirtschaftlichkeitsbonus kommen. Ihnen ist zu raten, die Laboranforderungen abzusenken.

Unsere Strategie: Auftragsleistungen auf ein Minimum reduzieren!

Praxen die zur Methadonsubstitution zugelassen sind, erhielten aufgrund von EBM-Änderungen ( 202,203,204)und Begrenzung der Ziffer 204 ca. 1/3 weniger Honorar für die Abrechnung dieser Leistungen.






Der BPA fragte bei der KV Berlin ferner an, warum es im 3. Quartal 1999 zu Überzahlungen in Millionenhöhe gekommen ist, und wie der Vorstand sich de Rückzahlung vorstellt. Wir schlugen eine sozialverträgliche Rückzahlung über mehrere Quartale vor.

Antwort:
Grundlage für die Abschlagzahlungen sind die Vorquartale.
Betroffene Kollegen wollen sich bitte direkt an den Vorstand wenden und Rückzahlungsvorschläge unterbreiten.
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In Bezug auf die derzeitige Steuerreformdiskussion haben wir an die Mitglieder des Bundestages aus Berlin und Brandenburg geschrieben , da wir eine Schlechterstellung der freiberuflichtätigen Ärzte befürchten.

Die Absenkung des Körperschaftssteuersatzes auf 25 %, Optionsmodelle und Anrechnungsverfahren für die Gewerbesteuer begünstigen einseitig große Betriebe!

Die Gesundheitsreform an sich stellt die Existenz der Freien Heilberufe schon in Frage, die Steuerreform gibt uns den Rest!

Besonders beim Verkauf der Praxis müssen Ärzte begünstigt werden, da diese den Verkaufswert oft für ihre private Altersvorsorge eingeplant haben.
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Labor – wichtig ab 1. 4. 2000
Neue „AUSNAHMEFÄLLE“ – nicht budgetbelastende Laborleistungen.

Bei den unten genannten Ziffern handelt es sich um Ausnahme-Ziffern für Leistungen, die nicht dem Budget unterliegen, wenn die Überweisung entsprechend gekennzeichnet ist.

Ziffer 3481
Erkrankung oder Verdacht auf Erkrankungen, bei denen eine gesetzliche Meldepflicht besteht ........

Ziffer 3488
Tumorerkrankung unter parenteraler tumorspezifischer Behandlung oder progrediente Malignome unter Palliativbehandlung

Ziffer 3490
Laboratoriumsdiagnostik vor Beginn der Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger gemäß den Leitlinien der Bundesärztekammer oder substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger gemäß den Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Wichtig: Anhebung des Höchstwertes im ersten und zweiten Quartal auf
240 DM pro Behandlungsfall

Weitere EBM-Änderungen fordern Sie bitte in der Geschäftsstelle an.



Betrifft:
Zuzahlungsbefreiung bei Arzneimittelverordnungen
Bitte kreuzen Sie das Feld „ befreit“ auf dem Rezept nur dann an, wenn der Patient eine Befreiungsbestätigung vorlegt.
Es sind uns Fälle bekannt geworden, dass Vertragsärzte, die die Freistellung von der Zuzahlung falsch angekreuzt haben, in Regress genommen wurden.
Der BPA hat in dieser Angelegenheit mit den KV Vorsitzenden von Berlin und Brandenburg Kontakt aufgenommen und sich gegen die ständig wachsenden Verwaltungsaufgaben in den Praxen gewährt und eine Delegierung dieser Aufgaben an die Apotheken vorgeschlagen.


Dr. Rudolf Pötter – 80 Jahre
Am 12. April feierte unser Gründungsmitglied Dr. Rudolf Pötter seinen 80. Geburtstag.
Dr. Pötter gründete 1957 mit einigen anderen aktiven Kollegen den Verband der Praktischen Ärzte Berlins, den jetzigen BPA. Zweck des Verbandes war, so kann man dem noch vorhandenen Gründungsprotokoll entnehmen war, „ die Förderung der Fortbildung der Allgemeinärzte und Sicherung der ärztlichen Versorgung der Bevölkerung durch ihren Hausarzt“. Dr. Pötter vertrat dann für viele Jahre die Praktiker als Delegierter in der neu gegründeten Ärztekammer Berlin, und er wurde Vorstandsmitglied in der Akademie für Ärztliche Fortbildung. In der KV war er in der VV Vertreter seines Bezirks, Prüfarzt und im Labor-Ausschuss. Die Bundesärztekammer ehrte ihn zum 65. Geburtstag mit der Verleihung der Ernst von Bergmann-Medaille. Er gehörte zum Kreis der ersten Lehrbeauftragten für Allgemeinmedizin an der FU, die in ihren Praxen Studenten ausbildeten. Trotz umfangreicher Praxis und berufspolitischer Aktivitäten bekleidete er noch das Amt eines ehrenamtlichen Sozialrichters. 1987 beendete er seine Praxistätigkeit.
Rudolf Pötter gehört zu den Berliner Ärzten, die nach dem Krieg die Versorgung der Bevölkerung sicherstellten und maßgeblich dazu beitrugen, die ärztliche Selbstverwaltung durch seinen Berufsverband, Ärztekammer und KV zu gewährleisten. Wer ihn kennt, weiß um seine Bescheidenheit, seine Zuverlässigkeit und sein Pflichtgefühl. Hierfür gebührt ihm Dank und Anerkennung. Der BPA gratuliert herzlich und wünscht Rudolf Pötter weiterhin Gesundheit und noch viel Freude besonders an seinem Hobby der Malerei. K. S.

Das berufspolitische Wahljahr 2000 hat im März mit den Wahlen zur Ärztekammer Brandenburg begonnen. Der BPA hat sich zum ersten Mal mit einer eigenen Liste an dieser Wahl beteiligt und das drittbeste Ergebnis aller Wahlvorschläge erreicht und wird mit 11 Ärzten in der Kammerversammlung vertreten sein.

In der Zeit vom 12. 10. – 27. 10. 2000 werden die KV Wahlen in Brandenburg und vom 13. 11. – 27. 11. 2000 in Berlin stattfinden. Schon heute laufen in unserem Verband die Vorbereitungen.

Die nächste Delegiertenversammlung des BPA Berlin-Brandenburg findet am
Mittwoch, den 24. Mai 2000 18.00 Uhr im grossen Sitzungssaal der KV Berlin, Bismarckstr. 95, 10625 Berlin, statt.
Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen.


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Praxis-Abgabe
ab sofort bzw. im Laufe des Jahres 2000
Allgemeinmedizin , Berlin-Charlottenburg.
Die Praxis ist eine überdurchschnittlich florierende gesunde Praxis.
Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsstelle.