Rundschreiben vom: 22.02.01  

Rundschreiben 2 - 2001

Aktionswoche der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Ostdeutschlands einschließlich Berlin

Aktionswoche der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Ostdeutschlands einschließlich Berlin

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

der BPA beteiligt sich an der Aktionswoche vom 26. 3. – 31. 3. 2001
Hauptstoßrichtung unserer Maßnahmen wird die Information der Öffentlichkeit über die Situation der hausärztlichen Versorgung in Berlin und Brandenburg sein.

Politik und Krankenkassen werden aufgefordert die Hausärzte bei der Sicherstellung der Patientenversorgung zu unterstützen. Wir sehen diese weiterhin gefährdet und verlangen von der neuen Gesundheitsministerin ihre Worte mit Taten zu untersetzen:

1. Wir fordern die sofortige und rückwirkende Abschaffung des Kollektivregresses auf dem Arzneimittelsektor und eine Einzelfallprüfung nach Richtgrößen, die jedoch der Morbidität angepasst sein müssen. Durch die Prüfungen nach den bisher gültigen Richtgrößen werden besonders die Hausärzte getroffen.

2. Wir fordern die Osthonorare denen im Westen schrittweise anzugleichen. Jedoch sind wir gegen Ausgleichszahlungen der Kollegen in den Alt-Bundesländern. Dies würde den Weg zu einer Angleichung der Westhonorare an das Ostniveau bahnen. Nur durch zusätzliche finanzielle Mittel ist das Problem der Unterfinanzierung der ambulanten Versorgung in Ost-Deutschland aus der Welt zu schaffen.

3. Wir fordern von der Politik die Abwanderung von Versicherten zu den „Billig“-Krankenkassen sofort zu stoppen. Diese Tatsache führte speziell in Berlin zu einem dramatischen Absinken der Gesamtvergütung. So sank die Gesamtvergütung der Primärkassen im 3. Quartal 2000 um 2,4 % und die der Ersatzkassen um 12,4 %. Das durchschnittliche Fallhonorar der Allgemeinärzte verringerte sich von DM 81,03 DM im 2. Quartal 00 auf DM 78,09 im 3. Quartal 00. Das Durchschnittshonorar der Allgemeinärzte ist mit DM 52.108 das niedrigste seit 1998 bei konstanter Fallzahl.

Zur Erklärung sei hinzugefügt, dass die KV nur von den Ersatzkassen und den in Berlin beheimateten Primärkassen die Kopfpauschalen erhält. Ansonsten setzt eine Vergütung über den Fremdkassenausgleich ein, die in jedem Fall für die Ärzte ungünstiger ist.
Hier fordern wir die Politik auf, Kopfpauschalen nach dem Wohnort des Patienten auszuschütten.

Weder die Politiker noch die Krankenkassen werden es schaffen einen Keil zwischen Hausärzte und Patienten zu treiben.

Deshalb fragt sich der BPA, ob eine Schließung von Praxen in der Aktionswoche sinnvoll ist und von den Mitgliedern mehrheitlich mitgetragen wird. Nur wenn die Mehrzahl der BPA Mitglieder an einer Kundgebung während der normalen Praxisöffnungszeiten teilnimmt, ist eine solche Maßnahme öffentlichkeitswirksam.


Mit freundlichen Grüßen

( Dr. Hans-Dieter Bachmann )
Vorsitzender